2. Oktober 2019

Oktober-MMM: die Hose

Am Sonntag nähte ich eine Hose!


Das ist bemerkenswert, denn obwohl das allererste, was ich mit 16 im ersten Nähkurs nähte, eine (tragbare!) Hose war, habe ich seitdem trotz einiger Anläufe keine einzige Hose mehr fertiggestellt. Daher sagte ich zu, als meine Schwester mich fragte, ob ich mit ihr gemeinsam den "Keine Angst vorm Hosennähen"-Workshop auf dem Lillestoff-Festival machen wollte. Und tatsächlich ist Hosennähen eigentlich gar nicht so schwer. Sogar die Sache mit dem Reißverschluß ist eigentlich gar nicht so schlimm, wenn man einmal verstanden hat, wie es geht.


Und dazu passt die Hose auch noch ganz ohne Anpassungen ziemlich gut- wozu vermutlich auch der kleine Elasthananteil des Stoffs (ein Baumwollmischgewebe) beigetragen hat.


Den Kurs hat Kira von The Couture gegeben, man konnte eines von zwei möglichen Hosenschnittmuster von ihr nähen. Ich habe mich für den Schnitt "Marlen" entschieden, eine Marlenehose mit Bundfalten und Formbund, und er gefällt mir wirklich gut. Die Bundfalten habe ich allerdings auf den ersten 5 cm zugenäht, weil sie mir sonst zu weit aufsprangen.


Der Schnitt ist ganz gut gemacht, inklusiver Dressurlänge am Oberschenkelbereich, damit die Hose besser fällt. Nur die Bundfaltenmarkierung war sehr gut unter dem Fadenlaufpfeil versteckt, die habe ich nur gefunden, weil ich wusste, dass sie da irgendwo sein muss. Es gibt viele Passzeichen, das hat mir gut gefallen. Die Anleitung ist auch gut, mit vielen Bildern.

Ich habe die Hose komplett während des Kurses genäht, nur Saum und Knopfloch waren am Ende noch übrig. Den Saum habe ich auf Kiras Rat hin dort noch nicht genäht: da ich den Stoff nicht vorgewaschen hatte, empfahl sie, die Hose besser erst nach einer Wäsche zu säumen. Und das war ein guter Rat, da die Hose tatsächlich um fast 4 cm kürzer geworden ist!


Heute morgen habe ich also die Hose fix gesäumt, den ganzen Nachmittag habe ich dann damit verbracht ein Knopfloch in die Hose zu nähen- leider vergeblich. Meine Nähmaschine ist gerne bereit, einwandfreie Knopflöcher in Reststoff zu nähen, in doppelter Stofflage, in vierfacher Stofflage und auch, wenn da eine dickere Stoffkante ist. Sie ist aber nicht bereit, ein Knopfloch in den Hosenbund zu nähen und mir ist völlig rätselhaft, wo das Problem ist. Ich habe diese Blechschiene für den Knopflochfuß, mit dem man (angeblich) problemlos Knopflöcher auch in unebenem Gelände nähen können soll, bisher hat das auch immer gut funktioniert. Ich habe den Bund sehr gründlich und mit viel Druck so flach wie möglich gebügelt. Ich habe ausprobiert, das Knopfloch von der linken Bundseite nähen zu lassen oder mit reduziertem Nähfußdruck oder mit einem anderen Knopflochprogramm. Immer bricht die Maschine nach dem ersten Vernähstich ab und behauptet, der Knopflochhebel wäre nicht unten, was er aber definitiv ist. Ich habe den Eindruck, daß sie nicht richtig transportiert, aber ich weiß nicht, warum. Ich habe auch keine Idee mehr, was ich noch probieren könnte. Wenn ihr also noch Vorschläge habt, wie man ein Knopfloch in einen Hosenbund kriegen könnte- ich wäre höchst dankbar!


In der Zwischenzeit gehe ich mal rüber zum MeMadeMittwoch und gucke eure Nähwerke an (und heute Nacht träume ich wahrscheinlich von Druckknöpfen!)





13 Kommentare:

  1. Die Hose sitzt wirklich rundrum toll, der Schnitt ist super und bestimmt auch ganz toll zu tragen. Ich wähle bei Hosen meist Verschlusshaken, das mag ich lieber, weil kein Knopf nötig wird und man später auch nochmal nachjustieren kann. Knoflöcher in Hosenbünde sind wirklich nicht einfach. In jedem Fall ein Stück Stickvlies zwischen SToff und Nahmaschine nutzen, das hilft bei mir oft bei Mänteln und Blusen.... LG Kuestensocke

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    1. Über einen Haken als Verschluss habe ich auch schon nachgedacht, aber vorher werde ich auf jeden Fall noch Stickvlies ausprobieren. Vielen Dank!

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  2. Die Hose schaut super aus! Blöd das mit dem Knopfloch.
    Verminderter Nähfußdruck hört sich für mich jetzt eher unlogisch an.
    Magst du vielleicht noch erwähnen was für eine Maschine du hast? Knopflochhebel sagt mir z.B. gar nichts.
    Lieber Gruß
    Elke

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    1. Dankeschön! Ich habe eine Janome MC5200. Der Knopflochhebel ist einfach nur so eine Schiene, die heruntergezogen werden muss. Ich glaube, anhand der erkennt die Maschine, wie lang das Knopfloch werden soll. Mit dem Nähfußdruck habe ich mal gespielt, weil es so hakelig ist, den Hosenbund unter den Knopflochnähfuß zu kriegen und ich dachte, womöglich ist der zu dick. Wenn ich Taschen nähe und es dicker wird, kann das manchmal helfen. Beim Knopfloch hat es aber leider gar nichts genützt.

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  3. Die Hose ist super geworden und steht dir ausgezeichnet. Ich habe oft das gleiche Problem mit Knopflöchern mit meiner alten Maschine gehabt, die auch so einen Hebel für das Knopfloch hatte. Ich hatte immer das Gefühl, der verhakt sich irgendwo. Nahtzugaben mit dem Hammer flach hauen, Hebammen usw. haben leider nicht geholfen. Eine Freundin hat mir dann erzählt, dass sie Knopflöcher (vor allem für Jacken und Mäntel) oft bei einer Schneiderin machen lässt :) . Du siehst, du bist nicht allein mit dem Problem, auch wenn ich dir jetzt leider keinen guten Tipp geben kann. LG Steffi

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    1. Verhakt hat sich da nichts, da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher. Ein Knopfloch vom Schneider ist natürlich auch eine Möglichkeit…. Danke!

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  4. Toll geworden.
    Bei dicker Stofflage hat meine Nähmaschine auch Probleme, saubere Knopflöcher zu nähen; manchmal hilft ein Stück Seidenpapier unterm Nähfuß beim Transport und wenn alles nichts hilft, nähe ich einen Druckknopf an.
    LG von Susanne

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  5. Vielen Dank! Seidenpapier werde ich auf jeden Fall auch noch ausprobieren und über Druckknöpfe habe ich auch schon nachgedacht...

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  6. Das ist eine ganz tolle Hose... Ich liebe Hosen mit weitem Bein und auch oben sitzt sie perfekt! LG Sarah

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  7. Toll ist die Hose geworden, und wie schön , wenn ein Kurs gleich zu so einem tollen Ergebnis führt!
    Ja, das Knopfloch im Hosenbund, das ist für mich auch immer ein Angstgegner. Ich habe eine Bernina, auch diverse Hilfsmittel, aber trotzdem klappt es oft nicht, vor allem bei dicken Stoffen. Bei mir hat es sich bewährt, die Stichdichte der Zickzackraupe nicht ganz so dicht einzustellen, sondern etwas lockerer- das reicht dann schon noch aus, um das Loch zu versäubern, aber der Transport des Stoffes scheint für meine Maschine dann einfacher zu sein. Ich schiebe auch ganz vorsichtig nach,wenn ich das Gefühl habe, der Nähfuß kann über die dicken Lagen nicht gut transportieren. WEnn es gar nicht geht, nähe ich manuell, also nur mit Zickzackstich, ohne die Automatik, das geht eigentlich immer.
    LG Barbara

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  8. Eine tolle Hose! Ich würde einen Haken annähen, wenn es gar nicht klappt, das ist immer eine gute Alternative und bei vielen Kaufhosen ist das auch!
    LG Monika

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  9. Ich bin total begeistert von deiner Hose, sie sieht toll aus und passt dir auch sehr gut. Evtl kann eine Änderungsschneiderei dir das Knopfloch nähen.

    LG, Heike

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  10. Die Hose hat eine tolle Passform und ideal, dass du das alles im Kurs geschafft hast. Das mit dem Knopfloch ist jetzt echt doof, aber inzwischen gibt es so schöne große Druckknopfe, da wäre das doch sicher eine Alternative.
    LG Mirella

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